Kfz-Gutachten

Das Prognoserisiko für die Richtigkeit des in einem Kfz-Schadensgutachten angegebenen Wiederbeschaffungswert  liegt bei dem Schädiger

Das OLG Schleswig-Holstein hat am 8.1.2015 (7 U 5/14) über einen Fall zu entscheiden gehabt, in welchem ein unfallgeschädigter Anspruchsteller vorgerichtlich ein Sachverständigengutachten zur Höhe der Reparaturkosten und zum Wiederbeschaffungswert eingeholt hatte.

Das Sachverständigengutachten ermittelte, dass die notwendigen Reparaturkosten 130 % des Wiederbeschaffungswertes des Fahrzeugs nicht überschritten. Bis zu einer Grenze von 130 % des Wiederbeschaffungswertes ist der Geschädigte berechtigt, sein Fahrzeug zu Lasten der haftenden Versicherung reparieren zu lassen.

Selbst wenn sich bei Reparatur herausstellt, dass die Grenze überschritten wird, sind die Reparaturkosten noch erstattungsfähig, da der Schädiger das Prognoserisiko trägt. Der Geschädigte ließ daher die Reparatur vornehmen und klagte auf Erstattung der Kosten.

In dem entschiedenen Fall stellte sich aber durch Einholung eines weiteren Sachverständigengutachtens durch das Gericht heraus, dass der vom Geschädigten beauftragte Sachverständige den Wiederbeschaffungswert zu hoch angesetzt hatte.
Das OLG Schleswig sprach gleichwohl einen Anspruch auf Erstattung der vollen Reparaturkosten zu: Der Geschädigte habe einen anerkannten Sachverständigen beauftragt, ein Auswahlverschulden treffe ihn ebenso wenig wie ihm der Fehler im übrigen anzulasten sei.

Die Fehlerhaftigkeit des Gutachtens sei für ihn auch nicht erkennbar gewesen, so dass er im Vertrauen auf die Richtigkeit des Gutachtens die Reparatur habe veranlassen dürfen und jetzt Erstattung verlangen könne.

 

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